Die Not von Tieren kennt keine Landesgrenzen, und oft ist es im Ausland noch schlechter um den Tierschutz bestellt als in Deutschland.Überall in Europa setzen sich Tierschutzinitiativen unter anderem für die Betreuung und Versorgung von herrenlosen Katzen ein, führen Kastrationsaktionen durch. Viele Deutsche engagieren sich für einen Tierschutz auf den Canaren oder auf den griechischen Inseln.
Diese Seite führt nun zu den Katzen von Rom...

Nachdem nun alle Wege nach Rom führen, findet sich nun auch an dieser Stelle ein Ausflug in die Stadt der Katzenkolonien, ein Sinnesspiel zwischen Katzen der realen Welt im Hintergrund von Tempeln aus alter Zeit ......
In der Tat scheint die italienische Hauptstadt nicht nur die Hauptstadt der Christen, sondern auch Hauptstadt der Katzen zu sein. Ohne Respekt vor den Überbleibseln der Antike tummeln sich große und kleine Katzen in allen Farbvariationen in ehrwürdigen Gemäuern der klassischen Ruinen. Laut Schätzungen streunen über 100.000 Katzen in den Ruinen der Antike herum. Majestätisch thronen sie in den Überresten der alten Anlage und ignorieren - wie die Römer selbst - den Strassenverkehr um sie herum. Nachdem am 12.12.01 die Katzen im historischen Zentrum Roms offiziell von der Stadt anerkannt und mit dem Status "Patrimonio Bioculturale" (bio-kulturelles Erbe) ausgezeichnet wurden, leistete die Stadtverwaltung einen Schritt in Richtung eines gesetzlich verbrieften Schutzes der Srassenkatzen.
Neben den vielen in Rom ansässigen Kolonien (
Pyramide des Cestius,
dem Graben um das Pantheon,
dem Forum Romanum) dürfte das Gebiet am Largo Argentina wohl die
größte Kolonie der Stadt sein. Die nicht öffentlich zugängliche Ruine der Tempelanlage zählt
mit zu den ältesten Monumenten in Rom. Berühmtheit erlangte sie
durch die Ermordung des Julius Cäsar im Jahre 44 v. C.. Vom Rand der tiefer liegenden
Tempelanlage kann man das Gelände sehr gut überschauen und hat einen berauschenden Blick
auf eine sonnenbadende Ansammlung von Katzen aller Rassen, Religionen und Farben. Andere
schreiten mit der ihnen angeborenen Eleganz um antike Säulenreste aus dem ehemaligen Kaiserreich
oder streunen über die noch vorhandenen Marmorstufen hinauf zum öffentlichen Leben Roms.
Im Gegensatz zu anderen Kolonien wird das Katzenasyl Torre Argentina seit mittlerweile über 10 Jahren von vielen freiwilligen Helfern aus aller Welt betreut. Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Mitarbeiter werden die Tore des Asyls nachmittags für Touristen offen gehalten. Von der Süseite des Platzes führt eine Treppe hinab zu den Gewölben der Anlage, die für Besucher täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet ist. Hier erhält man umfangreiche Informationen über die Arbeit der Helfer. So bekommen alle Katzen ein Namensband zur Registrierung, werden untersucht, kastriert und erhalten die notwendige medizinische Versorgung.
Um der steigenden Zahl der von Torre Argentina betreuten Katzen gerecht zu werden, wurde der Raum für neugeborene Katzen vergrößert und kann nun 40 zusätzliche Katzen aufnehmen. Hinzu kommt ein neugebauter Erholungsraum, in dem sich die Katzen nach einer Kastration so lange aufhalten können, bis sie wieder fit genug sind, um in ihr Revier zurückzukehren.
Um die Rechte der Katzen weiter zu fördern, demonstrierten weit über 2.000 Leute Ende Februar
in Rom auf Mitinitiative von Torre Argentina auf der sogenannten Cat Pride. "Katzen wählen nicht,
wir schon!" war nur eine der Botschaften, mit denen sich die "stolzen" Tierschützer u.a. für die
Sterilisation der Katzen
einsetzen, zur strikten Einhaltung des Gesetzes gegen Tierquälerei aufriefen und weitere
politische Anerkennung ihrer Arbeit forderten. So zum Beispiel ist das Gelände der Torre Argentina
bis heute ohne Kanalisationsanschluß, was für die Katzen eine wesentlich höhere
Krankheitsanfälligkeit und für die Mitarbeiter eine Verdopplung der Arbeit mit sich zieht.
Bis Ende 2004 waren, bedingt durch die fehlende Heizung in den vorhandenen Räumlichkeiten des Katzenasyl sowie des Betonbodens, in den kälteren Jahreszeiten die Anfälligkeit in Bezug auf Erkältung und Augenkrankheiten vorprogrammiert. Dabei sind schon heute fehlende Schönheit, Alter, Behinderung, Krankheit, Schüchternheit und Misstrauen gegenüber Menschen die Hauptgründe, warum viele der Katzen der Torre Argentina niemals ein zuhause finden. Torre Argentina hat sich jedoch verpflichtet, auch diese Katzen bis zu dem Tag zu lieben und zu unterstützen, an dem sie das Katzenasyl verlassen. Mittlerweile wurden die Räume des Asyls mit Fliesen ausgestattet durch mobile Heizlüfter ein kleiner Sieg gegen die Kälte errungen. Aber noch immer fehlen sanitäre Einrichtungen für die Helfer, die viele Stunden am Tag in dem Asyl verbringen und ihre menschlichen Geschäfte in einem der umliegenden Bars "erledigen" müssen.
Aber es gibt auch gute Nachrichten : Dank der bisherigen Spenden kann TA jetzt in 50 weiteren Katzenkolonien in und um Rom das Füttern/Sterilisieren übernehmen. Im letzten Jahr wurden Anstrengungen in Öffentlichkeitsprojekten zur Kastration und Sterilisation von ausgesetzten Strassenkatzen unternommen. Viele Katzen beginnen sich zu stabilisieren aber trotzdem werden Spenden unbedingt gebraucht, um diesen Katzen weiterhin helfen zu können.
Wenn auch Sie helfen wollen, können Sie sich unter http://www.romancats.com informieren und die Arbeit zum Wohle der Katzen unterstützen. Ein Besuch der Seiten des Katzenasyls lohnt sich übrigens immer...
